Golfen wie im Paradies...

Die Fortschreibung der Clubgeschichte anlässlich des 75-jährigen Bestehens des GC Bergisch Land im Jahr 2003 nahm Dr. Horst Jordan, unser unvergessener Vize-Präsident und Vorstandsmitglied, zum Anlass, sich intensiv mit den allerersten Anfängen und Gründungsaktivitäten unseres Clubs zu beschäftigten, die in einer Zeit auf den Weg gebracht wurden, die von vollkommen anderen Wertigkeiten, Lebensumständen und vor allem Gedankengut geprägt waren, als dies heute der Fall ist.

Man schrieb das Frühjahr des Jahres 1928, als sich zehn ehrenwerte Persönlichkeiten, besser gesagt Fabrikanten, in den Räumen der Gesellschaft Concordia in Barmen trafen, um einen Golfclub zu gründen. Der Hinweis auf "Barmen" ist gerechtfertigt, denn "Wuppertal" wurde erst ein Jahr später durch die Verschmelzung von Barmen, Elberfeld und einigen kleinen Ortschaften juristisch geboren.

Beim zweiten Treffen im Herbst 1928, dieses Mal selbstverständlich in Elberfeld, um Kosten und Finanzierung des Projektes zu besprechen, war der Bau eines 9-Loch-Platzes schon im vollen Gange. Motor dieser Aktivitäten war Willy Schniewind, der spätere deutsche und europäische Golfpräsident. Er hatte sein Herz an den Golfsport verloren, wie damals noch kaum jemand im Deutschen Reich. Glücksfall: Seinem Vater gehörte der "Hof zur Mühlen", an dessen Gebäuden man noch heute auf dem Weg zum ersten Abschlag vorbei kommt. Der Senior hatte sich bereit gefunden, die nötigen Flächen aus seiner Landwirtschaft dem in Gründung befindlichen Golfclub Bergisch Land zu vermieten.

Die Platzarbeiten gingen, gemessen an heutigen Verhältnissen und daher ohne Entwicklungspläne oder Bürgerintitiativen, erstaunlich schnell voran. Dank einiger englischer Starthilfen war er bereits im Jahr 1929 bespielbar. Platzarchtitekt, der erste "Greenkeeper" und auch der erste Trainer waren Engländer. Sogar der erste Grassamen kam von der Insel, auf der das Golfspiel Jahrhunderte vorher geboren worden war. Am Anfang befanden sich die Umkleideräume für die Mitglieder noch im Haupthaus des Hofes "Zur Mühlen". Doch bereits im Jahr 1930 erhielt der Club aus Mitgliederkreisen zu einem fairen Preis ein Domizil, das noch heute als unser Clubhaus einen unverwechselbaren Anblick in der Landschaft bietet.

Die Engländer blieben der Anlage insofern treu, als sie ab 1945 Platz und Clubhaus einige Jahre als Besatzer für sich nutzten.

Spielen wie im Paradies, so lautete vor nicht allzu langer Zeit in einer Golfzeitung die Überschrift einer Reportage über unseren Platz. Wir wollen nicht widersprechen und blicken dankbar auf die Gründer zurück.

Der Ursprung

Hof zur Mühlen

Tierisch gute Greenkeeper

Jugendtraining in früheren Zeiten